Erfinder aus Baden-Württemberg

Unsere Kunstmedaillenserie

Die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg geben seit 2008 im jährlichen Rhythmus eine Serie von Kunstmedaillen heraus, die den Menschen gewidmet ist, die mit ihrer Kreativität unsere Welt verändert und das „Ländle“ geprägt haben.
Die Medaillen sind mit modernster Technik in der Tradition eines jahrhundertealten Handwerks hergestellt und zeugen von der führenden Position, die sich die Staatlichen Münzen Baden-Württemberg als innovatives Prägeunternehmen erarbeitet haben.
Gestalter der Serie ist der deutsche Architekt und Designer Prof. Ulrich Böhme. Werner Mebert hat seine Entwürfe meisterhaft als Prägestempel umgesetzt.

Alle Ausgaben

Ausgabe 2007: Artur Fischer
Ausgabe 2008: Ferdinand Graf von Zeppelin
Ausgabe 2009: Karl Maybach
Ausgabe 2010: Karl Drais
Ausgabe 2011: Carl Benz und Gottlieb Daimler
Ausgabe 2012: Margarete Steiff
Ausgabe 2013: Heinrich Hertz
Ausgabe 2014: Ferdinand und Ferry Porsche
Ausgabe 2015: Alfred Kärcher
Ausgabe 2016: Andreas Stihl

2016

Andreas Stihl (1896-1973)

Erfinder der getriebelosen Benzinmotorsäge

Andreas Stihl gilt als „Vater der Motorsäge“. Auch wenn er diese nicht erfand, erleichterten schon seine „STIHL’schen Baumfällmaschinen“ den Waldarbeitern die harte Arbeit. Sie mussten die gefällten Baumstämme nicht mehr ins Sägewerk bringen, sondern konnten mit der Motorsäge vor Ort arbeiten. Der Durchbruch gelang mit der getriebelosen Benzinmotorsäge STIHL Contra, die leichter und einfacher handhabbar war als alle Konkurrenzprodukte.

Heute ist Stihl in Waiblingen ein wichtiger und geschätzter Arbeitgeber. Der Stihl-Kalender ist in Werkstätten rund um die ganze Welt Kult.

2015

Alfred Kärcher (1901-1959)

Entwickler des europäischen Dampfstrahlers

Alfred Kärcher ließ sich von amerikanischen Heißwasser-Hochdruckreinigern inspirieren, die ihm nach dem 2. Weltkrieg vom amerikanischen Heer zur Reparatur anvertraut waren. Das Funktionsprinzip übernehmend, konstruierte er den ersten europäischen Dampfstrahler DS 350, der die Reinigungstechnik auch im privaten Haushalt revolutionierte.

Heute ist Kärcher Weltmarktführer für Reinigungstechnik. Produkte aus dem Hause Kärcher werden in 60 Ländern verkauft. Die Zentrale liegt in Winnenden, das Werk in Obersontheim im Bühlertal.

2014

Ferdinand Porsche (1875-1951) / Ferry Porsche (1909-1998)

Autokonstrukteure

Ferdinand Porsche zählt zu den bedeutendsten Konstrukteuren der Automobilgeschichte. Als Chefkonstrukteur führender Automobilhersteller entwickelte er zahlreiche Fahrzeugtypen, darunter siegreiche Rennwagen und den Volkswagen, mit dem er Automobilgeschichte schrieb. Ferdinand Porsches Typ 64 bildete die Grundlage für den Erfolg des späteren Sportwagenherstellers Porsche. Das Design für den beliebtesten Porsche aller Zeiten, des 911, geht auf seinen Sohn Ferry Porsche zurück.

Porsche ist heute von den Straßen der Welt nicht mehr wegzudenken. Millionen junger und alter Autofahrer und Autofahrerinnen träumen davon, jenseits aller Geschwindigkeitsbegrenzungen im Porsche dahinzubrausen.

2013

Heinrich Hertz (1857-1894)

Entdecker der elektromagnetischen Wellen

Heinrich Hertz erarbeitete in Karlsruhe den Beweis, dass sich elektromagnetische Strahlen im freien Raum ausdehnen. Dafür musste er zum experimentellen Nachweis die notwendigen Wellen erzeugen. Hierzu entwickelte er den ersten Sender, einen „Hertz´schen Dipol mit Kugelfunkenstrecke“. Als Empfänger diente eine Rahmenantenne. So konnte er die Theorie in die Praxis umsetzen und wurde ganz nebenbei zum Urvater des Radios.

Das Radio gehört immer noch zu den beliebtesten Massenmedien, auch wenn die Antenne und die elektromagnetischen Strahlen mehr und mehr der digitalen Technik weichen müssen.

2012

Margarete Steiff (1847-1909)

Erfinderin des Stofftiers

Margarete Steiff gilt vielen Menschen als Inbegriff dessen, dass man es trotz widrigster Umstände schaffen kann. Die schwer behinderte Frau schloss im Alter von 17 Jahren eine Schneiderlehre ab und gründete einen eigenen Betrieb zur Herstellung von Filzwaren. Ihr „Elefäntle“, eigentlich als Nadelkissen gedacht, wurde zu einem riesigen Erfolg im Kinderzimmer, der sie zu vielen weiteren Stofftieren inspirierte.

Ihr berühmtestes Produkt, der Teddybär 55PB geht auf eine Idee ihres Neffen Richard Steiff zurück. Steiff produziert auch heute in Giengen für Millionen von Kindern weltweit den Freund fürs Leben mit dem Knopf im Ohr.

2011

Carl Benz (1844-1929) / Gottlieb Daimler (1834-1900)

Konstrukteur des ersten praxistauglichen Automobils / Erfinder des schnell laufenden Benzinmotors

Carl Benz meldete am 29. Januar 1886 seinen Benz-Motorwagen Nr. 1 zum Patent an. Es handelte sich um ein dreirädriges Fahrzeug mit Verbrennungsmotor und elektrischer Zündung, das auf einer Probefahrt mit seiner Gattin Bertha Benz am Steuer seine Tauglichkeit für die Praxis erwiesen hatte. Gottlieb Daimler entwickelte zusammen mit Wilhelm Maibach das erste Motorrad und den ortsungebundenen Einzylinder-Viertaktmotor. 1889 stellte er auf der Pariser Weltausstellung das erste vierrädrige Kraftfahrzeug mit Verbrennungsmotor vor.

1926 entstand aus dem Zusammenschluss von Benz & Companie und der Daimler-Motoren-Gesellschaft der Autohersteller Mercedes. Die international bekannte Automarke ist geradezu zu einem Wahrzeichen von „Made in Germany“ geworden.

2010

Karl Drais (1785-1851)

Erfinder des Zweirads und der Schreibmaschine

Am 12. Juni 1817 sauste Karl Drais mit der atemberaubenden Geschwindigkeit von rund 15 Stundenkilometern über die beste Straße, die es damals im Umkreis von Mannheim gab. Er nutzte dafür seine Draisine, ein pferdeloses Gefährt. Dies verfügte über einen Holzrahmen mit zwei Rädern, von denen das vordere mittels eines Lenkers gesteuert werden konnte. Als Antrieb diente die Schubkraft, die vom Fahrer selbst durch Abstoßen erzeugt wurde.

2009

Karl Maybach (1879-1960)

Konstrukteur leistungsstarker Motoren

1930 machte ein neuer Luxuswagen Furore im Pariser Autosalon. Der Maybach Zeppelin DS7 bot den weltweit ersten 12-Zylinder-Motor mit damals unglaublichen 200 PS und ein halbautomatisches Getriebe. Dies war nur einer von unzähligen Motoren, die Karl Maybach entworfen hat. Der hatte bereits in jungen Jahren die Luftfahrt im Zeppelin durch einen völlig neuen Antrieb revolutioniert. Auf ihn gehen unzählige Motoren zurück, besonders viele im Höchstleistungsbereich für Flugzeuge, Diesellokomotiven und Panzer.

1960 übernahm Daimler-Benz die Maybach-Motorenbau GmbH. Heute kennt man das Nachfolgeunternehmen als MTU Friedrichshafen. Sie zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Großdieselmotoren.

2008

Ferdinand von Zeppelin (1838-1917)

Begründer des Starrluftschiffbaus

1900 war erstmals ein Zeppelin über dem Bodensee zu sehen. Auch wenn dieses starre Luftschiff keine Erfindung von Ferdinand von Zeppelin war, wurde der „Zeppelin“ einzig auf seine Initiative hin realisiert. Mehr als die Hälfte des Stammkapitals von 800.000 Mark brachte Zeppelin 1898 aus seinen privaten Mitteln auf, um für die „Aktiengesellschaft zur Förderung der Luftschifffahrt“ das Patent 98580 für ein „Lenkbares Luftfahrzeug mit mehreren hintereinander angeordneten Tragkörpern“ zu kaufen und zu bauen.

1930, 13 Jahre nach dem Tod Ferdinands von Zeppelin, wurde der transatlantische Liniendienst mittels Zeppelin zwischen Europa und Nord- und Südamerika eingerichtet. Dessen Ende kam mit der Feuer-Katastrophe von Lakehurst im Jahr 1937.

Es dauerte 40 Jahre, bis wieder Zeppeline über den Bodensee flogen. Sie werden heute von der Zeppelin Luftschifftechnik GmbH gebaut und betrieben.

2007

Artur Fischer (1919-2016)

Erfinder des Fischer-Dübels, des fotosynchronen Blitzlichtgeräts, des Baukastens „Fischertechnik“ und und und ...

1.136 Patente und Gebrauchsmuster meldete Artur Fischer bis Ende des Jahres 2013 beim Patentamt an. 570 Patente wurden ihm vom deutschen Patentamt erteilt. Viele seiner Erfindungen machen uns unser tägliches Leben leichter. Am bekanntesten dürfte wohl der Fischer-Dübel sein, mit dem alles fest an der Wand verschraubt werden kann. Fischers erstes Patent galt einem Blitzlichtgerät, das synchron mit dem Drücken des Fotoauslösers gekoppelt war und von Agfa weltweit vertrieben wurde.

Im Alter von 96 Jahren starb Artur Fischer im Jahr 2016. Die von ihm 1948 gegründeten Fischerwerke mit ihrem Stammhaus im Waldachtal bieten heute weltweit 4.423 Mitarbeitern in 34 Ländern einen sicheren Arbeitsplatz.